Internationales Literaturfestival
Erich Fried Tage


Kartenreservierung: www.burgtheater.at

 

 



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Dienstag, 6. Oktober 2015
19:30 Uhr

Akademietheater Wien
Österreichpremiere



FESTIVALERÖFFNUNG
PROGRAMM

Begrüßung: Karin Bergmann (Direktorin Burgtheater)
Andreas Mailath-Pokorny (Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien)
Josef Ostermayer
(Bundesminister für Kunst und Kultur)
Zum Internationalen Literaturfestival: Anne Zauner (künstlerische Leiterin)

V. S. Naipaul Christoph Ransmayr

»The Writer and the World«


V. S. Naipaul (GB/IN) und Christoph Ransmayr (A)
Gesprächsleitung: Hans Jürgen Balmes (Programmleiter für fremdsprachige Literatur im S. Fischer Verlag)
Simultandolmetscherinnen: Alexandra Jantscher-Karlhuber und Dagmar Jenner

V. S. Naipaul, mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneter Autor zahlreicher Reiseberichte und Reportagen (u. a. bereiste er das Land seiner Vorfahren, Indien, den muslimischen Gürtel von Asien, ferner Afrika, wo er die durch den Kolonialismus entstandenen Verletzungen genau beobachtet und registriert hat) trifft auf einen anderen großen Reisenden, den österreichischen Autor Christoph Ransmayr, dessen Berichte von den ausgedehnten Reisen nach Asien sowie Nord- und Südamerika die Grenzen der Reportageliteratur spielerisch neu definieren.

Lesung
Die Schauspieler/in Kirsten Dene, Martin Schwab und Laurence Rupp lesen Texte von V. S. Naipaul und Christoph Ransmayr.

V. S. (Vidiadhar Surajprasad) Naipaul, geboren 1932 in Trinidad als ältester Sohn indischstämmiger Eltern, ging er 1950 mit einem Stipendium nach England, um in Oxford zu studieren. Er arbeitete kurz als Autor und Redakteur für das „Caribbean Voices“-Programm der BBC bevor er sich ganz dem Schreiben/der Schriftstellerei zuwandte. Er veröffentlichte über 30 Bücher – großteils Romane, aber auch Essays und Reiseberichte. In seinen ersten drei Büchern porträtierte Naipaul die Gesellschaft seiner Heimat Trinidad, der literarische Durchbruch gelang ihm mit A House for Mr. Biswas (1961, dt. Übers. Ein Haus für Mr. Biswas, 1981), der Roman auf dem Leben seines Vaters basiert. In nachfolgenden Werken behandelte Naipaul zunehmend politische Themen und begann über koloniale und postkoloniale Gesellschaften und deren Wandel zu schreiben, etwa über Afrika in A Bend in the River (1979, dt. An der Biegung des großen Flusses, 1979). In The Enigma of Arrival (1987, dt. Das Rätsel der Ankunft, 1987) bearbeitet er sein Leben in England. Seine rege Reisetätigkeit führte ihn u. a. nach Indien, Zaire, Uganda, Iran, Pakistan, Malaysia und Indonesien und fand Eingang in seine schriftstellerische Arbeit. Es entstanden teils heftig diskutierte nicht fiktionale Bücher über Indien – darunter An Area of Darkness (1965, dt. Land der Finsternis: Fremde Heimat Indien, 1997) und India: A Wounded Civilization (1977, dt. Indien, Eine verwundete Kultur, 1978) – oder Among the Believers: An Islamic Journey (1981, dt. Eine islamische Reise, 1982), einer sehr kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam und seinen extremistischen Strömungen. Der u. a. mit dem Somerset Maugham Award (1961) und dem Booker Prize (1971) ausgezeichnete Autor wurde 1989 von der englischen Königin zum Ritter geschlagen; 2001 erhielt Naipaul den Nobelpreis für Literatur.

Christoph Ransmayr, geboren 1954 in Wels/Oberösterreich, studierte Philosophie und Ethnologie und lebt in Wien. Neben den Romanen Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988), Morbus Kitahara (1995) und Der fliegende Berg (2006) erschienen kleinere Prosaarbeiten zu verschiedenen Spielformen des Erzählens – u. a. Der Weg nach Surabaya (1997), Die Unsichtbare (2001), Geständnisse eines Touristen (2004), Damen & Herren unter Wasser (2007), das Theaterstück Odysseus, Verbrecher. (2010), Atlas eines ängstlichen Mannes (2012) und Gerede. Elf Ansprachen (2015). Für seine Bücher, die bisher in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka, Bert Brecht und Ernst Toller benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union und zuletzt den Donauland Sachbuchpreis (2014) und den Fontane-Preis für Literatur (2014).

 


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