19. bis 22.
November 2016

im
Literaturhaus Wien
und Akademietheater



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Biografien aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Bettina BannaschBettina Bannasch, geboren 1965, ist Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg. Veröffentlichungen zur Literatur der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Forschungsschwerpunkte zur deutsch-jüdischen Literatur, Transnationalität und Transkulturalität von Literatur, literatur- und kulturwissenschaftlichen Erinnerungsforschung, deutschsprachigen Literatur Südosteuropas, Kinder- und Jugendliteratur. Mitherausgeberin des Jahrbuchs Exilliteratur und zahlreicher Sammelbände u.a. Übung und Affekt. Formen des Körpergedächtnisses (2007), Handbuch der deutschsprachigen Exilliteratur. Von Heinrich Heine bis Herta Müller (2013, 2. Aufl. 2016).

Edek Bartz, geboren 1946 in Karaganda, Kasachstan, ist ein österreichischer Musiker, Kulturschaffender und Kulturmanager. Der Sohn eines polnischen Chemikers und einer Wienerin wurde in einem Flüchtlingslager in der ehemaligen Sowjetunion geboren. 1958 kam er mit seiner Mutter nach Wien. Als Kulturmanager arbeitete er in den 1960er-Jahren für die Konzertagentur Stimmen der Welt. Mit seinem Schulfreund Albert Misak bildete er in den 1970er-Jahren das Duo Geduldig un Thimann, das die Pflege jiddischer Volksmusik betrieb. 1983-1991 kuratierte er gemeinsam mit Wolfgang Kos das Festival Töne/Gegentöne, 2005-2009 war Bartz künstlerischer Leiter der Kunstmesse Viennafair. Er ist Lektor an der Universität für Angewandte Kunst und kuratiert seit vielen Jahren die Jahresausstellungen der Universität.

Dmitrij BelkinDmitrij Belkin, geboren 1971 in der Ukraine, das damals noch zur Sowjetunion gehörte. Er kam 1993 als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. In Tübingen schloss er sein bereits in der Ukraine begonnenes Studium der Geschichte und Philosophie mit Promotion ab. Nach Stationen am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte, beim Jüdischen Museum Frankfurt, beim Fritz Bauer Institut und einem Jahr in den USA ist er heute als Referent beim jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich-Studienwerk und als Publizist in Berlin tätig, wo er mit seiner Familie lebt.

Jeffrey EugenidesJeffrey Eugenides, geboren 1960 in Grosse Point, einem Vorort von Detroit, Michigan, studierte Englisch und Creative Writing an der renommierten Brown University (dem zentralen Schauplatz seines Romans The Marriage Plot) und erwarb dort 1983 einen Bachelor-Abschluss (magna cum laude), 1986 folgte ein Master-Abschluss an der Eiliteuniversität Stanford. Sein erster, 1993 veröffentlichter Roman The Virgin Suicides (dt. Die Selbstmord-Schwestern) wurde 1999 von Sofia Coppola verfilmt. 2003 folgte der weltweit gefeierte Bestseller Middlesex, der mit dem Pulitzer-Preis und dem WELT-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2012 veröffentlichte Eugenides seinen dritten Roman The Marriage Plot (dt. Die Liebeshandlung). Von 1999 bis 2004 lebte er mit seiner Familie als Gast des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin. Nach seiner Rückkehr in die USA übernahm er im Jahr 2007 eine Professur für Creative Writing an der Princeton University.

Jeffrey EugenidesDeborah Feldman, geboren 1986 in New York, wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Ihre autobiografische Erzählung Unorthodox erschien 2012 bei Simon & Schuster und war auf Anhieb ein New York Times-Bestseller mit einer Millionenauflage. 2014 folgte Exodus. A Memoir bei Pinguin. Heute lebt die Autorin als Schriftstellerin mit ihrem Sohn in Berlin.

Julia FranckJulia Franck, geboren 1970 in Berlin, studierte u. a. Altamerikanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin. 1997 veröffentlichte sie ihr Debüt Der neue Koch. In den folgenden Jahren erschienen Erzählungen, Romane, Übersetzungen, Essays, Zeitungsartikel und Texte zu Literatur und Kunst. Francks Werk erscheint in Deutschland im S. Fischer Verlag und ist in knapp 40 Sprachen übersetzt. Für ihren Roman Die Mittagsfrau erhielt sie 2007 den Deutschen Buchpreis, zuletzt publizierte sie 2011 den Roman Rücken an Rücken.

Tomer GardiTomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. Er war Herausgeber der Zeitschrift Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer Essay Stein, Papier (dt. 2013 bei Rotpunkt) erschien 2011, der erste Roman Broken German, den Gardi in deutscher - allerdings gebrochener deutscher - Sprache verfasste, 2016 bei Droschl.

Tomer GardiTanja Gausterer, geboren 1977 in Wiener Neustadt, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik in Wien. Sie ist Literaturwissenschaftlerin, Lektorin und u. a. in der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus tätig und lebt in Wien. Mitarbeit an dem Onlineportal Literaturzeitschriften in Österreich 1945–1990 (http://www.onb.ac.at/oe-literaturzeitschriften/) und an dem Periodikum Sichtungen. Archiv – Bibliothek – Literaturwissenschaft. Veröffentlichungen vor allem zum Exil in Großbritannien und zu österreichischen Literaturzeitschriften nach 1945.

Arnon GrünbergArnon Grünberg, geboren 1971 in Amsterdam. Seine Eltern sind Mitte der 1930er-Jahre aus Nazi-Deutschland geflohen. Seinen ersten Roman Blauer Montag veröffentlichte er 1994, im Alter von 23 Jahren. Grünberg ist auch für seine Tätigkeit als Kolumnist, Essayist, Journalist und Blogger bekannt. So schreibt er seit 2010 eine tägliche Kolumne für die holländische Zeitung Volkskrant. Neben allen großen niederländischen Literaturpreisen erhielt er 2002 den NRW-Literaturpreis für sein Gesamtwerk. Romanpublikationen zuletzt: Mit Haut und Haaren (2012), Der jüdische Messias (2014), Der Mann, der nie krank war (2014), Muttermale (2016). Grünberg lebt und arbeitet seit 1995 in New York City.

Werner Hanak-LettnerWerner Hanak-Lettner, geboren 1969 in Salzburg, promovierte im Studienfach Theater- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Seit 1992 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Jüdischen Museum Wien, seit 2011 Chefkurator. 2013 kuratierte er die permanente Ausstellung Unsere Stadt. Jüdisches Wien bis heute sowie zahlreiche kultur- und sozialhistorische Ausstellungen, zuletzt Die Universität. Eine Kampfzone (2015). Hanak-Lettner ist Autor der Studie Die Ausstellung als Drama. Wie das Museum aus dem Theater entstand (2011) und erfüllt Lehraufträge an der Universität Wien und am Bard Graduate Center New York.

Jana HenselJana Hensel, geboren 1976 in Leipzig, beschäftigt sich als Autorin und Journalistin mit deutschen Identitätsfragen. 2002 erschien der Bestseller Zonenkinder, 2008 ihr zweites autobiografisch geprägtes Buch unter dem Titel Neue deutsche Mädchen, das sie gemeinsam mit Elisabeth Raether geschrieben hatte. 2009 veröffentlichte Hensel den Essayband Achtung Zone – Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten. 2010 erhielt sie mit dem Theodor-Wolff-Preis eine der wichtigsten journalistischen Auszeichnungen Deutschlands. Ab 2012 arbeitete Jana Hensel für die politische Wochenzeitung Der Freitag, die sie Ende 2014 auf eigenen Wunsch verließ. Die Autorin lebt in Berlin.

Walter HindererWalter Hinderer, geboren 1934 in Ulm, studierte Germanistik, Philosophie, Anglistik und Geschichte in Tübingen und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach seinem Studium leitete er die wissenschaftliche Abteilung des Piper-Verlags in München, bis er 1966 in die USA zog und eine wissenschaftliche Laufbahn einschlug. Von 1978 bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Princeton University. Er war Fellow am Institute for Research in the Humanities in der University of Wisconsin–Madison, am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Rosenzweig Research Center for German-Jewish Literature and Cultural History an der Hebräischen Universität Jerusalem. Für seine Leistungen erhielt er u. a. 1998 den Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, 2006 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und 2015 die Goldene Goethe-Medaille.

Barbara HonigmannBarbara Honigmann wurde 1949, nachdem die Eltern aus der englischen Emigration zurückgekehrt waren, in Ostberlin geboren. Ab 1967 studierte sie an der Humboldt-Universität das Fach Theaterwissenschaft, der Abschluss erfolgte 1972. In den folgenden Jahren arbeitete sie als Dramaturgin und Regisseurin in Brandenburg und an der Volksbühne sowie am Deutschen Theater. Seit 1975 ist sie freie Schriftstellerin. Seit 1984 lebt sie mit ihrer Familie in Straßburg. Honigmann wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. 2000 mit dem Kleist Preis, 2004 dem Koret Jewish Book Award und 2011 mit dem Max Frisch Preis der Stadt Zürich. Ihre Bücher erscheinen im Hanser Verlag. Zuletzt: Bilder von A. (2011) und Chronik meiner Straße (2015).

Günter KaindlstorferGünter Kaindlstorfer, geboren 1963, arbeitet seit 1984 als Kulturjournalist und Literaturkritiker, u. a. für Ö1, ORF und 3sat, sowie für diverse Rundfunkstationen in Deutschland und der Schweiz (BR, WDR, SWR, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und SRF). Kaindlstorfer ist freier Mitarbeiter für zahlreiche Printmedien, u. a. Der Standard, Die Presse, Falter, Weltwoche, Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau. Er lehrt an der Europäischen Journalismusakademie in Wien und an der Fachhochschule für Medienmanagement in St. Pölten. Unter dem Pseudonym Günter Wels veröffentlichte er 2010 sein literarisches Debüt, den Erzählband Maitage.

Günter KaindlstorferVolker Kaukoreit, geboren 1955 in Dormagen (Niederrhein), studierte Germanistik und Romanistik in Düsseldorf, Köln und Rennes (Frankreich). Er ist stellvertretender Leiter des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek und freier Publizist in Wien. Veröffentlichungen u. a. zu Heinrich Heine, Georg Büchner, Peter Hammerschlag, Otto Basil, Ernst Jandl, Marlen Haushofer, Robert Schindel und insbesondere Erich Fried, über den er zahlreiche Einzelveröffentlichungen vorlegte, bereits mehrere Ausstellungen kuratierte und als Mitherausgeber (zs. mit Klaus Wagenbach) für die 1993 erschienenen Gesammelten Werke in vier Bänden verantwortlich zeichnet.

Eva MenasseEva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin beim österreichischen Nachrichtenmagazin Profil. Sie wurde Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und begleitete den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving in London. Nach einem Aufenthalt in Prag arbeitete sie als Kulturkorrespondentin in Wien. Eva Menasse lebt seit 2003 als Publizistin und freie Schriftstellerin in Berlin. 2005 erschien ihr Debütroman Vienna bei Kiepenheuer & Witsch, 2009 folgte ihr Erzählungsband Lässliche Todsünden und 2013 der mehrfach ausgezeichnete Roman Quasikristalle (Gerty-Spies-Preis, Heinrich-Böll-Preis, Literaturpreis Alpha). Zuletzt erschien 2015 ein Essayband unter dem Titel Lieber aufgeregt als abgeklärt. Im Frühjahr 2017 erscheint ihr neues Buch Tiere für Fortgeschrittene.

Robert MenasseRobert Menasse, geboren 1954 in Wien, studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Er lehrte anschließend sechs Jahre an der Universität São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien. Zuletzt erschienen: Ich kann jeder sagen: Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung (2009), Der Europäische Landbote. Die Wut der Bürger und der Friede Europas oder Warum die geschenkte Demokratie einer erkämpften weichen muss (2012), Doktor Hoechst (2013), Heimat ist die schönste Utopie. Reden (wir) über Europa(2014). Robert Menasse erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 2013 den Heinrich-Mann-Preis und 2014 den Max-Frisch-Preis.

Doron RabinoviciDoron Rabinovici, geboren 1961 in Tel Aviv und aufgewachsen in Wien, ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge. Er hat immer wieder prominent Position gegen Rassismus und Antisemitismus bezogen. Zuletzt erschien von ihm u. a. Der ewige Widerstand. Über einen strittigen Begriff (2008), der Roman Andernorts (2010) und Herzl relo@ded - Kein Märchen (gemeinsam mit Natan Sznaider, 2016). Auszeichnungen u. a.: 2002 Jean-Améry-Preis, 2010 Anton-Wildgans-Preis, 2015 Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels.

Leif RandtLeif Randt, geboren 1983 in Frankfurt a.M., studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Mit seiner mehrfach ausgezeichneten Wohlstandsutopie Schimmernder Dunst über CobyCounty (Berlin Verlag, 2011) und der bis ins Detail durchdachten Science-Fiction-Welt Planet Magnon (Kiepenheuer & Witsch, 2015) zählt er zu den stilbildenden deutschsprachigen Autoren. Leif Randt war zuletzt Stipendiat der Villa Kamogawa in Kyoto (Japan) und ist Mitbegründer des Labels www.tegelmedia.net. Er lebt in Berlin und Maintal-Ost.

Andrea ReiterAndrea Reiter ist Professor of German an der University of Southampton. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf österreichischer Nachkriegsliteratur und jüdischer Literatur, sowie Exil- und Holocaustliteratur. Sie ist Mitarbeiterin am Projekt Schenker Documents Online, das die Schriften des bedeutenden österreichischen Musiktheoretikers Heinrich Schenker wissenschaftlich erschließt. Veröffentlichungen zuletzt: Die Exterritorialität des Denkens. Hans Sahl, ein Intellektueller im Exil (2007), Contemporary Jewish Writers: Austria after Waldheim (2013).

Ruth RixRuth Rix, geboren 1942 in Leamington Spa, England. Ihre Eltern Helga Michie, die Zwillingsschwester der Autorin Ilse Aichinger, und ihr Vater Walter Singer lernten einander als Kriegsflüchtlinge im Austrian Centre in London kennen. Ihre Kindheit verbrachte Ruth Rix in den (Exil)-Künstlerkreisen Nordlondons, wo sie u. a. auf Erich Fried, Anna Mahler und Elias Canetti traf. Rix studierte Malerei u. a. in London, Leeds und in Wien an der Akademie der bildenden Künste. Ihr Werk ist von den Kriegs- und Fluchterfahrungen ihrer Familie stark geprägt. Seit 1988 lebt Ruth Rix mit ihrer Familie in Brighton.

Robert SchindelRobert Schindel, geboren 1944 in Bad Hall bei Linz, ist Lyriker und Romancier. Die Zeit des Nationalsozialismus überlebte er als Kind jüdischer Kommunisten in Wien. Er war Wortführer der radikalen Studentenbewegung Kommune Wien und Mitbegründer der Gruppe Hundsblume. 2009 begründete er das Institut für Sprachkunst an der Wiener Universität für angewandte Kunst. Werke zuletzt: Man ist viel zu früh jung. Essays und Reden (2011), Der Kalte. Roman (2013), Scharlachnatter. Gedichte (2015). Robert Schindel wurde u. a. mit dem Erich Fried Preis (1993), dem Eduard-Mörike-Preis (2000), dem Preis der Stadt Wien für Literatur (2003) und dem Heinrich-Mann-Preis (2014) ausgezeichnet.

 

INTERNATIONALE ERICH FRIED TAGE 2016