Literaturhaus Wien
Eingang Seidengasse 13
1070 Wien
friedtage@literaturhaus.at




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Akademietheater
Lisztstraße 1
1030 Wien
Karten ab 20. Oktober:
www.burgtheater.at






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Dienstag, 22. November 2016
17:00 Uhr
Tagung: Jüdische Gegenwarten in Europa
Round-Table-Gespräch 3 mit literarischen Prologen

Lesungen aus ihren aktuellen Neuerscheinungen: Dmitrij Belkin (Berlin) aus Germanija. Wie ich in Deutschland jüdisch und erwachsen wurde (Campus, 2016) und Tomer Gardi (Tel Aviv) aus Broken German (Droschl, 2016)

Jüdische Lebenswelten



„Stranger in my own country“ (Yascha Mounk). Der Diskurs der 1980er Jahre über permanent gepackte Koffer in einem Land wie Österreich, das sich der Verantwortung für seine NS-Vergangenheit nur widerwillig stellte, ist einer starken aktuellen
Repräsentation des Jüdischen im kulturellen, musealen, didaktischen und lebensweltlichen Kontext gewichen.

Einführung: Raoul Kneucker (Präsident der Gesellschaft der Freunde der Österreichischen Exilbibliothek)
Mit: Dmitrij Belkin (Berlin), Tomer Gardi (Tel Aviv), Jana Hensel (Berlin), Andrea Reiter (Southampton)
Moderation: Werner Hanak-Lettner (Chefkurator am Jüdischen Museum Wien)

Dmitrij Belkin, geboren 1971 in der Ukraine, das damals noch zur Sowjetunion gehörte. Er kam 1993 als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. In Tübingen schloss er sein bereits in der Ukraine begonnenes Studium der Geschichte und Philosophie mit Promotion ab. Nach Stationen am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte, beim Jüdischen Museum Frankfurt, beim Fritz Bauer Institut und einem Jahr in den USA ist er heute als Referent beim jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich-Studienwerk und als Publizist in Berlin tätig, wo er mit seiner Familie lebt.

Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. Er war Herausgeber der Zeitschrift Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer Essay Stein, Papier (dt. 2013 bei Rotpunkt) erschien 2011, der erste Roman Broken German, den Gardi in deutscher - allerdings gebrochener deutscher - Sprache verfasste, 2016 bei Droschl.

Jana Hensel, geboren 1976 in Leipzig, beschäftigt sich als Autorin und Journalistin mit deutschen Identitätsfragen. 2002 erschien der Bestseller Zonenkinder, 2008 ihr zweites autobiografisch geprägtes Buch unter dem Titel Neue deutsche Mädchen, das sie gemeinsam mit Elisabeth Raether geschrieben hatte. 2009 veröffentlichte Hensel den Essayband Achtung Zone – Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten. 2010 erhielt sie mit dem Theodor-Wolff-Preis eine der wichtigsten journalistischen Auszeichnungen Deutschlands. Ab 2012 arbeitete Jana Hensel für die politische Wochenzeitung Der Freitag, die sie Ende 2014 auf eigenen Wunsch verließ. Die Autorin lebt in Berlin.

Andrea Reiter ist Professor of German an der University of Southampton. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf österreichischer Nachkriegsliteratur und jüdischer Literatur, sowie Exil- und Holocaustliteratur. Sie ist Mitarbeiterin am Projekt Schenker Documents Online, das die Schriften des bedeutenden österreichischen Musiktheoretikers Heinrich Schenker wissenschaftlich erschließt. Veröffentlichungen zuletzt: Die Exterritorialität des Denkens. Hans Sahl, ein Intellektueller im Exil (2007), Contemporary Jewish Writers: Austria after Waldheim (2013).

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Dienstag, 22. November 2016
19:30 Uhr

Preview auf das Internationale Literaturfestival Erich Fried Tage 2017
Reden über die Liebe - das literarische Werk von Jeffrey Eugenides
Englisch / Deutsch

Im nächsten Jahr - im Herbst 2017 - findet das biennal veranstaltete Internationale Literaturfestival Erich Fried Tage unter dem Motto „Reden über die Liebe“ statt - aus diesem Anlass ist der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete US-amerikanische Autor Jeffrey Eugenides zu Gast in Wien.

Ob in den Romanen The Virgin Suicides, Middlesex, The Marriage Plot oder seinen zahlreichen Short Stories und Erzählungen: Das Thema Liebe - in allen denkbaren Ausprägungen und Formen - spielt eine zentrale Rolle im Werk des vielfach ausgezeichneten Autors mit irischen und griechischen Wurzeln, der mit seinen Schriftstellerkollegen Jonathan Franzen, David Foster Wallace und T. C. Boyle den amerikanischen Gegenwartsroman neu definiert hat.

Im auf Englisch geführten Gespräch mit Jeffrey Eugenides spürt der renommierte Literaturwissenschaftler Walter Hinderer (Princeton University) den Motiven, Stoffen und literarischen Einflüssen im Werk des Autors nach.

Begleitend zum Gespräch lesen Dörte Lyssewski und Philipp Hauß, Ensemblemitglieder der Burg, aus den Romanen des Autors.

Jeffrey Eugenides, geboren 1960 in Grosse Point, einem Vorort von Detroit, Michigan, studierte Englisch und Creative Writing an der renommierten Brown University (dem zentralen Schauplatz seines Romans The Marriage Plot) und erwarb dort 1983 einen Bachelor-Abschluss (magna cum laude), 1986 folgte ein Master-Abschluss an der Eiliteuniversität Stanford. Sein erster, 1993 veröffentlichter Roman The Virgin Suicides (dt. Die Selbstmord-Schwestern) wurde 1999 von Sofia Coppola verfilmt. 2003 folgte der weltweit gefeierte Bestseller Middlesex, der mit dem Pulitzer-Preis und dem WELT-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2012 veröffentlichte Eugenides seinen dritten Roman The Marriage Plot (dt. Die Liebeshandlung). Von 1999 bis 2004 lebte er mit seiner Familie als Gast des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin. Nach seiner Rückkehr in die USA übernahm er im Jahr 2007 eine Professur für Creative Writing an der Princeton University.


INTERNATIONALE ERICH FRIED TAGE 2016