Internationales Literaturfestival Erich Fried Tage 2019

KEINE | ANGST vor der Angst
Ausstellung

Anlässlich des Internationalen Literaturfestivals Erich Fried Tage 2019 zeigt die Internationale Erich Fried Gesellschaf eine groß angelegte Ausstellung ihrer Mitglieder.
Unter dem Titel KEINE | ANGST vor der Angst versammelt die Schau 25 Beiträge namhafter Autor/inn/en und Literaturwissenschaftler/innen aus dem deutschen Sprachraum.
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DAS FESTIVAL-PROGRAMM IM ÜBERBLICK

KEINE | ANGST.
Literarische Schreckensbilder und Strategien der Angstüberwindung

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? … vorm Fliegen? Vor Virginia Woolf? Was ist das Gegenteil von Angst? Laut Søren Kierkegaard kann Angst die Möglichkeit von Freiheit eröffnen, während in den Internetforen der Hass mit ideologischen Angstfeuern geschürt wird. 

Das Internationale Literaturfestival Erich Fried Tage befasst sich in diesem Jahr mit dem hoch emotionalen und komplexen Thema Angst und möglichen Strategien der Angstüberwindung. Mehr als 20 internationale Autor/inn/en aus 14 Ländern treten von 26. November bis 1. Dezember 2019 im Literaturhaus Wien auf, um Antworten zu finden, Fragen zu erörtern und mit dem Publikum zu diskutieren.

© Jonathan Ring

26.11.2019 / Keynote bitte klicken Sie auf den Link für das Detailprogramm + die Beginnzeiten
Die vielfach ausgezeichnete britische Autorin • Aminatta Forna hält die Festival-Keynote mit dem Titel Why the World Needs New Stories
In ihrer Eröffnungsrede definiert die vielfach ausgezeichnete britische Autorin Aminatta Forna – deren Kindheit vom Staatsterror der 1970er-Jahre im postkolonialen Sierra Leone geprägt war – Widerstandskraft als Gegenteil von Angst: Sie fordert die Minderheiten, Randgruppen und die in den offiziellen Geschichtsschreibungen ausgesparten Stimmen auf, ihre eigenen Geschichten zu schreiben und dem überlieferten Kanon andere und neue Wahrheiten gegenüberzustellen.

© Blue Flower Arts

27.11.2019 / Schwerpunkt Prosa & lyrische Prosa bitte klicken Sie auf den Link für das Detailprogramm + die Beginnzeiten
Wie fast alle Festivalgäste kommt die US-amerikanische Dichterin mit jamaikanischen Wurzeln • Claudia Rankine erstmals nach Österreich. Ihr epochales Werk Citizen: An American Lyric – ein poetisches Langgedicht zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt – wurde bei seinem Erscheinen 2014 von der amerikanischen Presse als literarische Sensation gefeiert.
An diesem Tag stellt die syrische Autorin • Dima Wannous ihren erschütternden Roman Die Verängstigten (Karl Blessing 2018) vor.

© Shin Hyoung Duk

28.11.2019 / Schwerpunkt Krimi & Thriller – bitte klicken Sie auf den Link für das Detailprogramm + die Beginnzeiten
Der irische Bestsellerautor • John Connolly führt in die abgründige Welt seiner Charlie-Parker-Reihe ein. • Joseph Incardona (CH) präsentiert seinen viel gelobten Roman noir Asphaltdschungel (Lenos 2019). • Jeong Yu-jeong, Südkoreas bedeutendste Thrillerautorin, zeichnet in Der gute Sohn (Unionsverlag 2019) das qualvolle Psychogramm einer vergifteten Mutter-Sohn-Beziehung.

29.11.2019 / Schwerpunkt Debatten – bitte klicken Sie auf den Link für das Detailprogramm + die Beginnzeiten
An diesem Tag stehen zwei hochkarätig besetzte Debatten auf dem Programm.

Im Rahmen der Gesprächsrunde „Angst und Angstmache“ präsentieren • Jörg-Uwe Albig (D) seinen satirischen Roman Zornfried (Klett Cotta 2019) und • Sherko Fatah (D/IRQ) sein neues Werk Schwarzer September (Luchterhand 2019). Die beiden Autoren diskutieren mit der österreichischen Extremismus- und Terrorismusforscherin • Julia Ebner.

„Angst und Gesellschaft“, die zweite Gesprächsrunde, beginnt mit einem Kurzvortrag der deutschen Philosophin • Ariadne von Schirach (Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden, Tropen 2019). In einer Preview liest • Josef Haslinger (A) erstmals aus seinem autobiografischen Bericht Mein Fall über den Kindheitsmissbrauch durch katholische Patres (S. Fischer, Jänner 2020). Dritte Gesprächsteilnehmerin ist • Kathrin Röggla (A/D), die zuletzt Anfang 2019 das Thema „Angst“ für ihr Ausstellungsprojekt Der Elefant im Raum an der Berliner Akademie der Künste bearbeitet hat.

In der Übersetzer/innen-Werkstatt „Der gläsernen Übersetzer“ befassen sich • Ali Abdollahi (IRN), Aurélie Maurin (F), Valentina Di Rosa (I) und Arild Vange (Nor) mit Angstgedichten von Erich Fried – anhand ihrer Übertragungen ins Persische, Französische, Italienische und Norwegische.

Selbstporträt © Joe Sacco
Selbstporträt © Chris Ware

30.11.2019 / Schwerpunkt Graphic Novel – bitte klicken Sie auf den Link für das Detailprogramm + die Beginnzeiten
Vier Österreich-Premieren mit einzigartigen Comic-Künstler/inne/n aus Deutschland, Kanada und den USA werden am Graphic Novel Tag geboten.

Olivia Vieweg, deren Zombie-Geschichte Endzeit (Carlsen 2018) von Presse und Publikum gefeiert wurde, bringt ihren neuen Band Antigone (frei nach Sophokles) nach Wien, der in der Carlsen-Reihe Die Unheimlichen erscheint. • Emily Carroll, die Queen des Horror Comic, zeigt ihr neues Album When I Arrived at the Castle (Koyama Press 2019). • Joe Sacco, der unbestrittene Meister der Comic-Reportage (u. a. Palestine oder Safe Area Gorazde), präsentiert einen Querschnitt seiner Arbeiten und spricht über aktuelle Projekte. • Chris Ware, für viele der stilprägendeste Comic-Künstler der Gegenwart, hat nach Building Stories (2012) – eine Arbeit, die aus vierzehn Comics in verschiedenen Größen besteht: von DIN-A2-Zeitungen über aufwendig gebundene Bücher bis hin zum zusammengefalteten losen Blatt – soeben sein neues Werk veröffentlicht: Rusty Brown, Part I ist seine innovativste Arbeit bisher, ein interaktives Spiel mit Zeit und Raum, mit unterschiedlichen Bewusstseinsebenen und Realitäten.

© Friederike Luedde

1.12.2019 / Erich Fried Preis 2019 bitte klicken Sie auf den Link für das Detailprogramm + die Beginnzeiten
Zum Abschluss des Festivals wird der Erich Fried Preis 2019 an • Steffen Mensching verliehen – so hat es der deutsche Autor • Christoph Hein, alleiniger Juror in diesem Jahr, entschieden: „Mit seinem Roman Schermanns Augen gelang es Steffen Mensching, einen Roman zu schreiben, der die erste Häfte des zwanzigsten Jahrhunderts erfasst und genauestens zu benennen vermag. […]
Es ist nicht weniger als ein Jahrhundertroman.