Samstag, 2. April 2022

Literaturhaus Wien Zieglergasse 26a, 1070 Wien

14:00 Uhr

Jennifer Daniel: „Das Gutachten“ | „Earth Unplugged“

Weltpremiere

Jennifer Daniel, Foto © Josua Dunst

„Für wen hältst du dich eigentlich?“
„Ich riskiere wenigstens was für unsere Ideale!“


Comic-Albumpräsentation & Gespräch
Jennifer Daniel (D): Das Gutachten (Carlsen 2022) und Earth Unplugged (Jaja 2014)
Moderation:  Matthias Wieland (Übersetzer, Moderator und Comic-Vor|Leser)

Sommer 1977: Die junge RAF-Sympathisantin Miriam Becker stirbt in ihrem Wagen und vom Unfallverursacher fehlt jede Spur. Herr Martin, ein kleiner Angestellter der Rechtsmedizin, macht sich auf die Suche nach dem Schuldigen. Diese Suche führt ihn schließlich auch in die eigene mühsam verdrängte Vergangenheit. Jennifer Daniel lässt wichtige historische Wegmarken der jüngeren deutschen Geschichte auf erzählerisch anspruchsvolle und grafisch eindrückliche Weise in ihr neues Werk einfließen.

Im Rahmen des Festivals spricht Jennifer Daniel auch über ihre prämierte Diplomarbeit Earth Unplugged, die der Frage nachgeht, was geschieht, wenn auf der Erde plötzlich der Strom ausfällt, die dunklen Städte zu Gefahrenzonen werden und die Menschen nur noch auf dem Land etwas zu essen finden.


Für alle Veranstaltungen gilt freier Eintritt.
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist unter folgendem LINK möglich & sichert Ihnen einen fixen Platz zu. Alle weiteren Besuchsregeln werden sich an den geltenden gesetzlichen Vorgaben orientieren und zeitnah bekannt gegeben.

Jennifer Daniel, geb. 1986 in Bonn, studierte Kommunikationsdesign und lebt heute als Grafikdesignerin, Illustratorin und Dozentin in Düsseldorf. Sie ist Mitbegründerin der Ateliergemeinschaft Studio Rabotti, Teil der Künstler*innengruppe Wolpatinga und regelmäßig in Gruppenausstellungen vertreten. Schon ihr Debüt Earth Unplugged (Jaja Verlag, 2012) wurde für den Max-und-Moritz-Preis nominiert, die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum.
jenniferdaniel.de

16:00 Uhr

Deb Olin Unferth: „Happy Green Family“

Europapremiere

Deb Olin Unferth, Foto © Nick Berard

ACHTUNG: Die Veranstaltung muss wegen Erkrankung der Autorin leider abgesagt werden.

 

Was macht ihr mit einer Million Hennen?
Den Amerikanern ein bisschen Angst einjagen.

 

Buchpräsentation & Gespräch
Deb Olin Unferth (USA): Happy Green Family (Barn 8, And Other Stories 2020 | aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Schaden, Wagenbach 2022)
Moderation:  Florian Baranyi (Kulturjournalist und Kritiker)

Eine akribische Betriebsprüferin, eine desillusionierte Halbwaise, 421 vegane Extremisten, 60 Laster und 900.000 mürrische Legehennen, die auf ihre Befreiung warten. Deb Olin Unferths zweiter Roman Happy Green Family verstrickt seine Leser*innen in ein höchst aufregendes Abenteuer. Knapp eine Million Hühner sollen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus einer riesigen Legebatterie in der US-amerikanischen Provinz gerettet werden. Doch dann stellt sich die Frage, wohin mit ihnen? „Happy Green Family ist ein wunderschönes, wichtiges und politisch aufgeladenes Werk mit einem großen Herzen“, urteilt die renommierte New York Times Book Review über Deb Olin Unferths Roman.

Lesung auf Englisch mit deutscher Übersetzung als Projektion auf Leinwand | Gespräch auf Englisch


Deb Olin Unferth, geb. 1968, wuchs in Chicago, USA, auf. Sie studierte Philosophie und begann mit dem Schreiben, als sie in einem Heim für wohnungslose Frauen arbeitete. Ihre Veröffentlichungen umfassen fiktionale Prosa, eine Graphic Novel, Memoiren und Kurzprosa und gelten als „boshaft komisch und hochaktuell“ (The Shipman Agency). Als Verfechterin einer Reformierung US-amerikanischer Gefängnisse gründete sie im südlichen Texas das Universitätsprogramm Pen City Writers, das Kurse im kreativen Schreiben für Inhaftierte organisiert. Zurzeit unterrichtet sie auch selbst kreatives Schreiben an der University of Texas in Austin.

18:00 Uhr

Nate Powell: „Save It for Later“

Österreichpremiere

Nate Powell, Foto © Ben Raines

Eine äußerst schädliche Folge der Tatsache, dass wir diese Ära von Desinformation und Autoritarismus durchleben, ist der Zweifel, der gesät wird, der nagt … an unseren Erinnerungen, unseren Sinnen, unserem kritischen Denken.

 

Comic-Albumpräsentation & Gespräch
Nate Powell (USA): Save It for Later (Save It for Later, Abrams 2021 | aus dem amerikanischen Englisch von Christian Langhagen, Carlsen 2021)
Moderation:  Matthias Wieland (Übersetzer, Moderator und Comic-Vor|Leser)

Nate Powells von den Leser*innen und der Kritik gleichermaßen gefeierter Comicessay Save It for Later trägt den Untertitel „über Verantwortung für unsere Zukunft und die Dringlichkeit von Protest“.
Der vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Comiczeichner erzählt in seinem jüngsten Werk von den Erfahrungen als Vater von zwei jungen Töchtern während der Amtszeit von Donald Trump. Er steht vor der Frage, wie er ihnen die immer lauter werdenden nationalistischen Stimmen in den USA erklären soll … Save It for Later ist ein persönliches und politisches Zeitdokument, das 2016 mit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten einsetzt, die weltweiten Proteste nach der Ermordung von George Floyd im Mai 2020 ebenso thematisiert wie die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen inmitten der beginnenden COVID-19-Pandemie.

Albumpräsentation und Gespräch auf Englisch


Für alle Veranstaltungen gilt freier Eintritt.
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist unter folgendem LINK möglich & sichert Ihnen einen fixen Platz zu. Alle weiteren Besuchsregeln werden sich an den geltenden gesetzlichen Vorgaben orientieren und zeitnah bekannt gegeben.

Nate Powell, geb. 1978 in Little Rock, AR (USA) ist der erste Comiczeichner, der für die Illustration von March (2013-2016) – eine Trilogie über den Bürgerrechtskämpfer und Kongressabgeordneten John Lewis – mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. Powell begann im Alter von 14 Jahren mit Self-Publishing und machte im Jahr 2000 seinen Abschluss in Cartooning an der renommierten School of Visual Arts in New York City. Sein Werk wurde unter anderem mit einem Robert F. Kennedy Book Award, drei Eisner Awards und zwei Ignatz Awards ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Comiczeichner leitete er 16 Jahre lang das Underground-Plattenlabel Harlan Records und spielte in zwei Punkbands. Bisher ist neben Save it For Later auch Das Schweigen unserer Freunde (Egmont Graphic Novel, 2013) auf Deutsch erschienen. Er lebt in Bloomington, USA.

20:00 Uhr

Guillermo Arriaga: „Das Feuer retten“

Europapremiere

Guillermo Arriaga, Foto © Cannarsa Opale Leemage

Dieses Land ist gespalten: in die, die Angst haben, und die, die wütend sind.


Buchpräsentation & Gespräch
Guillermo Arriaga (Mexiko): Das Feuer retten (Salvar el fuego, Alfaguara 2020 | aus dem Spanischen von Matthias Strobel, Klett-Cotta 2022)
Moderation: Wolfgang Popp (Kulturjournalist und Autor)
Dolmetschung: Birgit Weilguny

Der international gefeierte mexikanische Schriftsteller und Drehbuchautor Guillermo Arriaga hat mit seinem Roman Das Feuer retten ein Werk vorgelegt, das thematisch und auch im narrativen Aufbau an seine Filme und früheren Romane anknüpft: Vier unterschiedliche Erzählstimmen – eine Tänzerin und Choregrafin, ein Vatermörder, sein Bruder und der Auftragskiller eines Drogenkartells – treten in dem 700 Seiten starken Buch vor den Vorhang: Sie erzählen – in Rückblenden und Vorschauen, erst parallel, schließlich ineinander greifend – von Gewalt, von Liebe, Schuld und Erlösung.
Der Hauptakteur des Romans ist jedoch die mexikanische Gesellschaft. Heftig prangert Arriaga die sozialen Ungerechtigkeiten im Land an und beschwört die enorme Sprengkraft im Gefälle zwischen Arm und Reich.

Lesung auf Spanisch mit deutscher Übersetzung als Projektion auf Leinwand | Gespräch auf Spanisch mit Dolmetschung


Für alle Veranstaltungen gilt freier Eintritt.
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist unter folgendem LINK möglich & sichert Ihnen einen fixen Platz zu. Alle weiteren Besuchsregeln werden sich an den geltenden gesetzlichen Vorgaben orientieren und zeitnah bekannt gegeben.

Guillermo Arriaga, geb. 1958 in Mexiko-Stadt, ist Roman- und Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Jäger. Er sagt von sich selbst, dass ihn Letzteres am meisten definiere. Nach mehreren Verletzungen musste er seine Karriere als Profisportler beenden und schrieb die Drehbücher für die mit den wichtigsten internationalen Filmpreisen ausgezeichnete „Todestrilogie“ (Amores Perros, 21 Gramm und Babel). Er hat zahlreiche weitere Drehbücher verfasst und acht Romane veröffentlicht. Seine Arbeiten bestehen oft aus miteinander verwobenen Parallelgeschichten, die sich mit dem Menschlichen und dem Unmenschlichen auseinandersetzen. Guillermo Arriaga lebt in Mexiko-Stadt.

Literaturhaus Wien

Zieglergasse 26a, 1070 Wien