Mittwoch, 29. November 2017

Filmcasino Margaretenstraße 78, 1050 Wien

19:00 Uhr

Programmänderung!

Österreichpremiere: The Greenaway Alphabet

The Greenaway Alphabet (Bildausschnitt)

Saskia Boddeke The Greenaway Alphabet (Dokumentarfilm, 68 min, 2017)

„A steht für Alphabet“, sagt Peter Greenaway.
„Nein, A steht für Autismus“, die 16-jährige Tochter Zoë. „Daddy, du bist autistisch. Du schaust mir nicht mal in die Augen, wenn du mit mir sprichst … Du hast keine Freunde!“
„Das mag wahr sein, aber so habe ich wahrscheinlich auch keine Feinde.“

Die spielerischen Gespräche zwischen Peter Greenaway und seiner 16-jährigen Tochter Zoë stehen im Zentrum dieses zutiefst persönlichen Porträts – dabei schrecken die Protagonisten auch vor schmerzlicheren Themen nicht zurück; wir hören, dass Greenaway zwei seiner Kinder seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Und später fragt Zoë ihn unter Tränen, ob er nicht einmal aufhören kann, wie ein Kommentator zu sprechen.
Immer wieder treffen ihre spontanen Fragen ins Schwarze und ermöglichen so Greenaways Frau, der Multimediakünstlerin Saskia Boddeke, ein Porträt nicht nur des Künstlers, sondern auch des Vaters zu zeichnen.

Österreichpremiere in Anwesenheit von Saskia Boddeke

Begrüßung Susanne Schaefer-Wiery, Bezirksvorsteherin Wien Margareten
Einleitung und Gespräch Thomas Ballhausen (Filmexperte und Autor)
(Film und Gespräch in englischer Sprache)

Saskia Boddeke, geb. in Castricum / NL, ist eine holländische Multimedia-Künstlerin und Regisseurin. In den letzten zwei Jahrzenten entwickelte sie eine künstlerische Ästhtetik, eine eigene Kunstsprache, die Bildprojektionen, anspruchsvolle Computerprogramme und virtuelle Welten (Second Life) inkludiert. Ihre international gezeigten und vielfach ausgezeichneten Rauminstallationen und Performances sind fein abgestimmte Kompositonen aus Sound, Licht, Gerüchen und Projektionen, wie etwa Gehorsam. Eine Installation in 15 Räumen, eine Gemeinschaftsarbeit mit ihrem Mann Peter Greenaway für das Jüdische Museum in Berlin im Jahr 2015. Im November 2017 stellt sie ihren Dokumentarfilm The Greenaway Alphabet auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival in Amsterdam vor. Die Präsentation im Filmcasino ist erst die zweite Filmstation.

21:00 Uhr

Österreichische Filmpremiere

„Goltzius & The Pelican Company“ (OF, 128 Minuten, 2012)

 

Einleitung Thomas Ballhausen

Im zweiten Teil des Abends zeigt das Filmcasino Peter Greenaways Spielfilm Goltzius and the Pelican Company (2012) basierend auf dem Leben des niederländischen Malers und Kupferstechers Hendrick Goltzius (um 1600).
Ekkehard Knörer schreibt in der taz: „Auch sonst trägt alles die Handschrift des Meisters: die Verknüpfung von Kunst, Bibel, Manierismus und Pornografie; die vom Barock inspirierte Musik, schon lange nicht mehr von Michael Nyman, sondern hier vom Cellisten Marco Robino; und vor allem die Behandlung des Kinos als Verfahren der Stapelung, Schichtung und des Ineinanderkeilens von Bildern.“

Peter Greenaway, geboren 1942 in Newport in Wales, studierte Malerei und war einige Jahre als Filmcutter tätig. Nach mehreren Kurzfilmen legte er 1982 mit The Draughtsman's Contract (dt. Der Kontrakt des Zeichners) sein gefeiertes Spielfilmdebüt vor und erwarb sich in der Folge einen internationalen Ruf mit komplexen und allegorischen Filmkunstwerken wie A Zed and Two Noughts (1985, dt. Ein Z & zwei Nullen), The Belly of an Architect (1987, dt. Der Bauch des Architekten), Drowning by Numbers (1988, dt. Verschwörung der Frauen) oder The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover (1989, dt. Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber). Die multimediale Schaffenskraft Greenaways findet in späteren Jahren vermehrt in digitalen Film- und Fernseh- sowie in Ausstellungs- und Opernprojekten ihren Ausdruck. Greenaway lebt in Amsterdam.
Filme zuletzt: Nightwatching (2007), Goltzius and the Pelican Company (2012), Eisenstein in Guanajuato (2015), in Postproduktion: Walking to Paris (geplanter Filmstart: Frühjahr 2018)

Filmcasino

Margaretenstraße 78, 1050 Wien

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