Biografien – Erich Fried Tage 2019

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Ali Abdollahi, geb. 1968 in Birdschand in Süd-Chorasan, Iran. Dichter und Übersetzer. Studium der Germanistik in Teheran. Von 1993 bis 2001 stellte er als Redakteur für Radio Iran deutsche und persische Literatur vor. Abdollahi veröffentlichte bislang sieben Gedichtbände, u. a. Immerfort gehe ich im Dunkeln (1997) und Der Wind hat meine Geburtsurkunde entwendet (2009). Er zählt zu den bedeutendsten Übersetzern von deutschsprachiger Literatur ins Persische. Lebt als freier Autor im Iran.

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Jörg-Uwe Albig, geb. 1960 in Bremen. Studierte Kunst und Musik in Kassel. Albig begann seine literarische Karriere als freier Journalist. Er war Redakteur beim Stern und lebte zwei Jahre als Korrespondent einer deutschen Kunstzeitschrift in Paris. Seit 1993 arbeitet er als freier Autor in Berlin. Er schreibt u. a. für GEO und das SZ Magazin. 1999 wurde sein Romandebüt Velo veröffentlicht. Es folgten die Romane Land voller Liebe (2006), Berlin Palace (2010) und Ueberdog (2013) sowie die Novelle Eine Liebe in der Steppe (2017) und zuletzt der Roman Zornfried (2019) über einen fiktiven rechtsnationalen Dichter und eine Gruppe von Neuen Rechten, der von der FAZ als „Schlüsselroman“ bezeichnet wird. 2017 war Albig für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert.

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Emily Carroll, geb. 1983 in London, Ontario, Kanada. Carroll ist Autorin und Künstlerin zahlreicher preisgekrönter Comics. Mit ihrer Horror-Comicsammlung Through the Woods gewann die leidenschaftliche Liebhaberin des Genres 2014 sowohl den begehrten Eisner Award, wie auch den Ignatz Award und den British Fantasy Award. Zu ihren weiteren Arbeiten zählen die 2018 erschienene Graphic Novel-Adaption von Laurie Halse Andersons Roman Speak, sowie die kürzlich erschienene barocke Horrorgeschichte When I Arrived at the Castle. Carroll ist auch für ihre online veröffentlichten kurzen Horror-Comics bekannt, in denen sie mit Form und Inhalt experimentiert. Lebt mit ihrer Ehefrau Kate Craig, einer Videogame-Künstlerin, in Stratford, Ontario.

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John Connolly, geb. 1968 in Dublin, Irland, wo er auch lebt. Nach seinem Journalismus-Studium arbeitete er für die Irish Times, bevor er sich dem Verfassen von packenden, oft mystisch angehauchten Thrillern widmete. Seit Every Dead Thing (1999, dt. 1999), seinem Debütroman, wurde er zu einem der erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Er publizierte über dreißig Bücher, darunter die preisgekrönte Romanreihe rund um den New Yorker Ex-Polizisten Charlie „Bird“ Parker, der ausgezeichnete Fantasy-Roman The Book of Lost Things (2006, dt. 2008) sowie He (2017, dt. 2018), eine fiktive Darstellung des Lebens von Comedian Stan Laurel. John Connolly verfasste weiters zwei Sammlungen mit Gruselgeschichten, Nocturnes (2004, dt. 2007) und Night Music (2015), die von BBC Radio 4  in Serie  ausgestrahlt wurden.

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Julia Ebner, geb. 1991 in Wien. Extremismus- und Terrorismusforscherin. Seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Strategic Dialogue in London. Ebner arbeitet mit zahlreichen Regierungsorganisationen und Polizeiorganen zusammen. Sie ist Beraterin für Online Extremismus der UN, NATO und der Weltbank und schreibt regelmäßig für The Guardian und die Süddeutsche Zeitung. Ihre erste Buchveröffentlichung Wut. Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen war ein SPIEGEL-Bestseller. Soeben erschienen ist ihr neues Sachbuch Radikalisierungsmaschinen. Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren. Lebt in London. 2018 wurde sie mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch – Anerkennungspreis ausgezeichnet.

© Peter von Felbert

Sherko Fatah, geb. 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen. Er wuchs in der DDR auf und konnte 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin übersiedeln. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Großen Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und den Adelbert-von-Chamisso-Preis 2015, außerdem den Aspekte-Literaturpreis für den Roman Im Grenzland. Er wurde mehrfach für den Preis der Leipziger Buchmesse (2008 mit Das dunkle Schiff, 2012 mit Ein weißes Land) nominiert und mit Das dunkle Schiff auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2008 gewählt.

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Aminatta Forna, geb. 1964 in Glasgow. Ihre Kindheit verbrachte Forna bei ihrem geschiedenen Vater in Sierra Leone. Nach seiner Hinrichtung 1975 konnte sie zu ihrer schottischen Mutter fliehen und wuchs in England auf. Von 1989 bis 1999 arbeitete sie als Journalistin für die BBC, danach als freiberufliche Autorin. Aminatta Forna ist die preisgekrönte Autorin des Memoirs The Devil that Danced on the Water (Memoir, 2002) und der vier Romane Ancestor Stones (2006, dt. 2007), The Memory of Love (2010, dt. 2012), The Hired Man (2013) und Happiness (2018). Auszeichnungen u. a.: Commonwealth Writers’ Prize (2011), Windham-Campbell Literature Prize (2014). 2017 wurde sie von der englischen Königin zu einem Officer des Order of the British Empire ernannt. Zurzeit lehrt Aminatta Forna an der Georgetown University in Washington, D.C. (Lannan Foundation Chair in Poetics).

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Wolfgang Görtschacher, geb. 1960 in Linz. Görtschacher ist Assistenzprofessor am Fachbereich Anglistik und Amerikanistik, Universität Salzburg. Zahlreiche Aufsätze zur zeitgenössischen britischen Literatur,  zum Bereich Translationswissenschaft (vor allem zu Erich Fried, Ilse Aichinger und Michael Hamburger) und zur Kriminalliteratur. Verleger (Poetry Salzburg), Zeitschriftenherausgeber sowie Übersetzer zeitgenössischer Lyrik. Präsident der Austrian Association of University Teachers of English.

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Josef Haslinger, geb. 1955 in Zwettl/Niederösterreich. Autor und Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein Politthriller Opernball über einen fiktiven terroristischen Anschlag auf den Wiener Opernball machte ihn 1995 international bekannt. Es folgten der Roman Das Vaterspiel (2000), die Erzählungen Zugvögel (2006) und 2007 der autobiografische Bericht Phi Phi Island über die Tsunamikatastrophe 2004 in Südost-Asien. 2011 veröffentlichte er den Roman Jáchymov, einen Tatsachenroman über einen dem kommunistischen Terror zum Opfer gefallenen Eishockey-Nationalspieler der CSSR. Haslinger wurde vielfach ausgezeichnet: zuletzt 2017 mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien. Anfang 2020 erscheint sein neues Buch Mein Fall bei S. Fischer. Lebt in Wien und Leipzig.

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Christoph Hein, geb. 1944 in Heinzendorf/Schlesien. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm mit seiner Novelle Der fremde Freund, die 1982 in der DDR veröffentlicht wurde und in Westdeutschland 1983 aufgrund des Titelschutzes als Drachenblut erschien. Exemplarisch für sein großes literarisches Werk seien die Romane Willenbrock (2000; 2005 von Andreas Dresen verfilmt), Landnahme (2004) und Trutz (2017) genannt. Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2002), dem Uwe-Johnson-Preis (2012) und dem Internationalen-Stefan-Heym-Preis (2013).

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Joseph Incardona, geb. 1969 in Lausanne, Schweiz. Der Schriftsteller und Drehbuchautor veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Comics, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. 2014 führte er zusammen mit Cyril Bron Regie bei Milky Way, einem Roadmovie, das quer durch Frankreich bis an die belgische Nordseeküste führt. Für seinen Thriller Derrière les panneaux, il y a des hommes (2015, dt. 2019) wurde Incardona 2015 mit dem renommierten Grand Prix de littérature policière ausgezeichnet. Der Roman noir zählt mittlerweile zu den Klassikern seines Genres. Incardona ist Dozent am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und lebt in Genf.

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Jeong Yu-jeong, geb. 1966 in Hampyeong, Südkorea. Die Autorin ist mit ihren psychologisch ausgefeilten Thrillern ein Bestseller-Garant in Südkorea und wird oft „Koreas Stephen King“ genannt. Davor arbeitete sie als Krankenschwester in der Notaufnahme und als Sachverständige der staatlichen Gesundheitsversicherung. Als Autorin trat sie mit dem Roman Nae insaeng-ui spring camp (2007), ausgezeichnet mit dem Segye Youth Literary Award, erstmals in Erscheinung. Der Durchbruch gelang ihr mit Chilnyeonui bam (2011, dt. 2016), einem Thriller über einen Vater, der gezwungenermaßen zum Mörder wird. Zuletzt erschien ihr Roman Jong-ui Giwon (2016, dt. 2019), eine beklemmend psychopathische Mutter-Sohn-Geschichte. Jeong Yu-jeong lebt in Gwangju, Südkorea.

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Claudius Lazzeroni, geb. 1965 in München. Als ausgebildeter Fotograf, diplomierter Medienkünstler und Creative Director von Pixelpark setzte er sich bei vielen Unternehmen wie Oetker, Langnese oder Mannesmann für ein neues multimediales Verständnis ein. Sein eigenes Unternehmen „im stall“ galt für einige Jahre als Anziehungspunkt für Persönlichkeiten zwischen Kunst und Kommerz. Seit 1999 ist er als Professor für Interfacedesign an der Folkwang Universität der Künste zuhause. Seine Passion ist die Lehre der Gestaltungsgrundlagen in der von ihm aufgebauten elektromechanischen Werkstatt und die Entwicklung seiner Solographen. Lebt in den Pyrenäen und in Langenberg. 

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Aurélie Maurin, geb. 1975 in Paris. Studium der Literaturwissenschaft und Linguistik in Paris. Seit 2000 lebt sie als Veranstalterin, Literaturübersetzerin sowie Herausgeberin (u. a. der Reihe VERSschmuggel im Verlag Das Wunderhorn und der Zeitschrift La mer gelée) in Berlin. Seit 2017 leitet sie das TOLEDO- Programm des Deutschen Übersetzerfonds. Übersetzung ins Französische zuletzt: Thomas Rosenlöcher: L’homme qui croyait encore aux cigognes, Nouvel Attila, Paris, 2018.

© Lukas Dostal

Friederike Mayröcker, geb. 1924 in Wien. Erste literarische Arbeiten entstanden bereits 1939.  1954 lernte sie den österreichischen Autor Ernst Jandl kennen, mit dem sie zunächst eine enge Freundschaft verband, später wurde sie zu seiner Lebensgefährtin. 1956 erschien die erste Buchveröffentlichung. Es folgten Lyrik- und Prosabände, Erzählungen und Hörspiele, Kinderbücher und Bühnentexte. Seit 1975 veröffentlicht Mayröcker ihre Werke bei Suhrkamp. Die Autorin wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis 2001, zuletzt mit dem Österreichischen Buchpreis 2016 und dem Günter-Eich-Preis 2017. Jüngste Veröffentlichungen: études (2013), cahier (2014), fleurs (2016), Pathos und Schwalbe (2018). Lebt in Wien.

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Steffen Mensching, geb. 1958 in Berlin (Ost), studierte an der HU Berlin Kulturwissenschaft und arbeitete viele Jahre als freiberuflicher Autor, Schauspieler, Clown und Regisseur. Bekannt wurde er vor allem durch die Clownsprogramme, die er mit seinem Partner Hans-Eckardt Wenzel auf die Bühne brachte (u. a. Letztes aus der DaDaeR, 1983–1989). Seit der Spielzeit 2008/09 ist Steffen Mensching Intendant am Theater Rudolstadt. 1979 debütierte er mit einem Gedichtband. Er veröffentlichte im Aufbau Verlag die Romane Jacobs Leiter (2003) und Lustigs Flucht (2005). Zuletzt erschien 2018 sein „Jahrhundertroman“ (Christoph Hein) Schermanns Augen bei Wallstein, die Geschichte über einen jüdischen Grafologen, der vor seiner Flucht vor den Nazis die Handschriften der damaligen Wiener Kulturprominenz hellseherisch auslas und letztlich in einem Gulag landet.

© Lukas Dostal

Rainer Merkel, geb. 1964 in Köln. Studium der Psychologie und Kunstgeschichte. Von 2008 bis 2009 arbeitete er für Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus Liberias. Sein Debütroman Das Jahr der Wunder (2001) wurde mit dem Preis der Jürgen Ponto-Stiftung ausgezeichnet. Im S. Fischer Verlag erschienen die Romane Lichtjahre entfernt (2009) – auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis –, Bo (2013), Stadt ohne Gott (2018) sowie die Reportagen Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan (2012) und Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia (2014). 2013 wurde Rainer Merkel mit dem Erich Fried Preis ausgezeichnet. Lebt in Berlin.

© Thomas Langdon

Teresa Präauer, geb. 1979 in Linz, ist Autorin und bildende Künstlerin. Präauer veröffentlichte 2012 – alle Bücher bei Wallstein – den Roman Für den Herrscher aus Übersee, der mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Im Herbst 2014 erschien der Künstlerroman Johnny und Jean, für den sie u. a. den Droste-Literaturförderpreis erhielt. 2016 folgte der dritte Roman Oh Schimmi, ein „formvollendet freier Roman [...], verrückt, verstörend, sehr komisch und auch tragisch“ (Die Zeit), 2018 folgte der erzählerische Essay Tier werden. 2017 war Teresa Präauer Writer in Residence am Grinnell College in den USA. Im selben Jahr wurde sie mit dem Erich Fried Preis ausgezeichnet. Lebt in Wien.

© Blue Flower Arts

Claudia Rankine, geb. 1963 in Kingston, Jamaika. 1970 kamen ihre Eltern als Migranten nach New York City. Rankine schloss ihr Studium der Poesie an der renommierten Columbia University ab. Sie ist die preisgekrönte Autorin von fünf poetischen Werken, u. a. Don’t Let Me Be Lonely (2004, dt. 2019) und von zwei Theaterstücken sowie zahlreicher Video-Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit John Lucas entstanden, u. a. Situation One. Ihr genreübergreifender lyrischer Essay Citizen: An American Lyric (2014, dt. 2018) wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Los Angeles Times Book Prize und dem National Book Critics Circle Award in Poetry 2015 sowie dem Forward Poetry Prize 2016. Rankine ist zudem Herausgeberin zahlreicher Anthologien. 2016 begründete sie The Racial Imaginary Institute (TRII) und wurde im selben Jahr mit dem MacArthur „Genius“ Grant ausgezeichnet. Rankine unterrichtet derzeit in Yale als Frederick Iseman Professor of Poetry. Sie lebt in New Haven, Connecticut.

© Karsten Thielker

Kathrin Röggla, geb. 1971 in Salzburg. Nach ihrem Studium der Germanistik und Publizistik an der Universität Salzburg erste Veröffentlichungen ab 1990. In ihren Texten arbeitet Röggla laut eigenen Angaben häufig medienübergreifend, mit dokumentarischen Verfahren, mit den Mitteln der Komik und Ironie, experimentell und sprachkritisch sowie mit der Mündlichkeit der Schrift. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Arthur-Schnitzler-Preis (2012) oder dem „Nestroy“ für das beste Theaterstück (2011). Sie ist Mitglied der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Akademie der Künste in Berlin, deren Vizepräsidentin sie seit 2015 ist. Lebt in Berlin.

© Héloïse Faure

Valentina Di Rosa, geb. 1964 in Neapel. Lehrt Neuere Deutsche Literatur sowie Theorie und Praxis der literarischen Übersetzung an der Universität L'Orientale Neapel. Di Rosa ist weiters als freie literarische Übersetzerin tätig, wobei ihr Fokus auf der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts liegt. Sie hat Lyrik, Prosa und Theaterstücke übersetzt, u. a. Texte von Lukas Bärfuss, Durs Grünbein, Christoph Hein, Heiner Müller, Lutz Seiler, Raoul Schrott, Ingo Schulze, Jan Wagner. Lebt in Neapel und Berlin.

Selbstporträt © Joe Sacco

Joe Sacco, geb. 1960 in Kirkop, Malta. Sacco definiert sich selbst als zeichnenden Journalisten. Er gilt als Erfinder der Comic-Reportage – „Genie dieser Form“ (Neue Zürcher Zeitung). Für seine bahnbrechenden Werke, u. a. Palestine (2001, dt. 2004) und Footnotes in Gaza (2009, dt. 2011), wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem American Book Award, dem Eisner Award, dem Los Angeles Times Book Prize Graphic Novel Award und dem Ridenhour Book Prize. 2020 erscheint seine nächste Graphic Novel Paying the Land, die sich mit der Entwurzelung der indigenen Bevölkerung in den nordwestlichen Gebieten Kanadas beschäftigt. Joe Sacco, der in Portland, Oregon lebt, arbeitet gegenwärtig mit dem Journalisten Chris Hedges an einem Buch über Armut in den USA.

© Lukas Dostal

Robert Schindel, geb. 1944 in Bad Hall. Lyriker und Prosaautor. In den 1960er-Jahren Mitbegründer der nach Berliner Vorbild aufgebauten Studentenbewegung „Kommune Wien“ und der Literaturzeitschrift Hundsblume. Seit 1986 freier Schriftsteller mit einem umfassenden literarischen Werk. 1992 veröffentlichte er seinen hoch gelobten ersten Roman Gebürtig. Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2009 Gründer des Instituts für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien, dessen Leiter er bis 2012 war. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Heinrich-Mann-Preis (2014). Lebt in Wien.

© Rahel Taeubert

Ariadne von Schirach, geb. 1978 in München. Studium der Philosophie, Psychologie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ab 2000 an der Freien Universität Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ariadne von Schirach unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken an der Berliner Universität der Künste, der HFBK in Hamburg und der Donau-Universität Krems. Sie arbeitet als freie Journalistin und Kritikerin und wurde bekannt als Autorin der Sachbuch-Bestseller Der Tanz um die Lust (2007) und Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst (2014). 2016 erschien Ich und Du und Müllers Kuh. Kleine Charakterkunde für alle, die sich und andere besser verstehen wollen. 2019 veröffentlichte Ariadne von Schirach ihr neues philosophisches Sachbuch Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden.

© Suzanne Bordemann

Arild Vange, geb. 1955 in Bergen, Norwegen. Autor, Übersetzer und Performance-Künstler. 1990 erschien der Debütroman Ene og Alene. Von Vange liegen weiters acht Gedichtbände vor (davon zwei in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Per Formo), u. a. annerledes enn (2010, dt. 2012) und Livet i luftene. Fortelling. Sang (2018). Übersetzungen ins Norwegische u. a. von Franz Kafka, Thomas Kling, Brigitte Oleschinski, Yoko Tawada, Georg Trakl, Anja Utler, Peter Waterhouse. Lebt in Trondheim.

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Olivia Vieweg, geb. 1987 in Jena. Studium der Visuellen Kommunikation in Weimar. Sie war Mitherausgeberin der Manga-Anthologie Paper Theatre, für die sie 2010 den ICOM Preis erhielt. 2012 gewann sie das Comic-Stipendium von Egmont mit ihrem Skript für Antoinette kehrt zurück, der Comic erschien 2014. Bei Suhrkamp veröffentlichte sie die Graphic Novels Huck Finn (2013) und Schwere See, mein Herz (2015), bei Carlsen Endzeit (2018) und Antigone (Ende 2019). 2015 erhielt sie für ihre Drehbuchumsetzung von Endzeit den Tankred-Dorst-Preis. Die Verfilmung in der Regie von Carolina Hellsgård wurde 2018 beim Toronto International Film Festival zum Überraschungserfolg.

© Richard Sammour

Dima Wannous, geb. 1982 in Damaskus, Syrien, als Tochter des politischen Dramatikers Saadallah Wannous. Studierte Französische Literatur an der Universität Damaskus und an der Sorbonne in Paris, weiters in Lyon Übersetzungswissenschaft. Anschließend lebte Wannous in Beirut und arbeitete für diverse Print-, Online- und Rundfunkmedien, darunter die Tageszeitungen Al-Hayat, As-Safir und das libanesische Online-Magazin Al-Modon. 2007 erschien die Kurzgeschichtensammlung Tafâsîl (2007, dt. 2014). Ihr erster Roman Al-Khaifoun (2007, dt. 2018) war auf der Shortlist der LitProm-Bestenliste vertreten. 2018 erreichte die Autorin auch die Shortlist des Internationalen Preises für arabische Literatur. Wannous lebt derzeit in London.

Selbstporträt © Chris Ware

Chris Ware, geb. 1967 in Omaha, Nebraska, USA. Chris Ware ist der hoch gepriesene Autor von Jimmy Corrigan – the Smartest Kid on Earth (2001, dt. 2013, u. a. mit dem Guardian First Book Award ausgezeichnet) und dem stilprägenden und innovativen Comic Building Stories (2012) – „nicht nur der Höhepunkt seines bisherigen Schaffens, sondern eines der wichtigsten Kunstwerke dieses noch jungen 21. Jahrhunderts“ (Thomas von Steinaecker in Die Welt). Chris Ware wurde nicht nur 2002 als erster Comiczeichner zur Whitney Biennale in New York eingeladen, ihm war 2006 auch eine Ausstellung im Museum of Contemporary Art in Chicago gewidmet. Sein jüngstes experimentelles Meisterwerk Rusty Brown, Part I – ein interaktives Spiel mit Zeit und Raum, mit unterschiedlichen Bewusstseinsebenen und Realitäten – ist im September 2019 bei Penguin Random House erschienen.